Im 9. Jhd. erließ Karl der Große Verordnungen/ Herrschererlasse, welche im Lateinischen "Capitularien" heißen.
Diese Bewirtschaftungsverordnungen königlicher Güter ist sehr wahrscheinlich auf die Hungersnot 792/ 93 n. Chr. zurückzuführen. Der Erlass über die Krongüter sollte die Versorgung Karl des Großen und seines großen Hofes sichern und ist in einer einzigen Handschrift überliefert, die in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel aufbewahrt wird.
Das Capitulare besteht aus 70 Abschnitten. Im 70. Abschnitt/ Kapitelchen, dem "Capitulare de villis vel curtis imperii" sind 73 Nutzpflanzen einschließlich Heilkräutern und 16 verschiedene Obstbäume beschrieben, die in allen königlichen Gütern von den Verwaltern angepflanzt werden sollten.
Das "Capitulare de villis" ist ein Restaurant, welches einige dieser Kräuter und Gemüse, zum Großteil aus ökologischem Anbau, verwendet. Außerdem wollen wir alte und "vergessene" Gemüse und Kräuter wieder bekannt machen.
Hier eine kleine Auswahl von Kräutern und Gemüsen, die wir in unserer Küche auch verwenden:
| Liebstöckel | wegen seinem stark würzigen Geschmack auch „Maggikraut“ genannt, ist ursprünglich aus dem persischen Raum |
| Bärlauch | bezeichnet man auch als „Wald- Knoblauch“ (die Germanen gaben ihm ihren Namen) hat viele Heilkräfte; bei Appetitlosigkeit, Bluthochdruck, Rheuma, ect. |
| Bohnenkraut | kam schon im 9. Jhd. zu uns und lässt sich vielfältig verwenden, z.B. in Suppen, Kartoffelgerichten und Aufläufen |
| Salbei | haben in der Antike die Philosophie- Schüler zur Erfrischung des Geistes und zur Erlangung von Weisheit, Zufriedenheit und Erkenntnis gekaut |
| Zwiebel | strotzt vor Heilkräften und schafft bei fast jedem Leiden Abhilfe; hält nicht nur Gefäßsystem jung, sondern lindert Husten, Verdauungsbeschwerden, Entzündungen aller Art und sogar Haarausfall |
| Pastinake | hilft bei Fieber, Rheuma, Schlaflosigkeit; ähnelt dem Rettich, im Geschmack wie Karotte und Rettich |

